140.000 bis 160.000 Kinder vergiften sich jedes Jahr in Deutschland, schätzen Experten. Häufigste Vergiftungsursache sind Medikamente: „Sie sind besonders gefährlich, weil viele Arzneien zuerst süß schmecken, so dass Kinder sie nicht sofort wieder ausspucken", sagt Maria Schwormstedt, Ärztin bei der Techniker Krankenkasse (TK). Deshalb rät sie Eltern von Kleinkindern, Arzneimittel nach jedem Gebrauch wegzuschließen - auch wenn sie mehrmals täglich eingenommen werden müssen.
Im Krabbelalter beginnen Kinder zunehmend, ihre Umwelt zu erforschen - und stecken dabei alles Greifbare in den Mund. Auch harmlos anmutende Dinge wie Kosmetika stellen so eine Gefahr dar, denn heruntergeschluckt können sie Gift für die kleinen Körper sein. „Je bunter die Verpackung und je angenehmer der Geruch, umso größer das Risiko", sagt Schwormstedt. „Aber auch volle Aschenbecher oder Reste alkoholischer Getränke sind für neugierige Kleinkinder gefährlich."
Experten raten, alle Medikamente außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren, am besten in einem verschließbaren Arzneimittelschrank. Auch Putz- und Reinigungsmittel sollten Eltern grundsätzlich wegschließen. Um eine Verwechslung zu vermeiden, dürfen giftige Chemikalien, Haushalts- und Reinigungsmittel zudem niemals in Mineralwasser- oder Saftflaschen umgefüllt werden. Badezimmerartikel wie Kosmetika, Haarspray oder Shampoo sollten zumindest so hoch gelagert werden, dass Kinder nicht an sie heran kommen.